Ich konnte mir alles von der Seele schreiben.

Nutzer*in von da-sein.de

Unsere Wirkung


Das sagen Nutzer*innen über da-sein.de

"Ich wurde verstanden und ernst genommen und bin froh über die Zeit der Trauer nicht allein gewesen zu sein."

"Jeder, der Probleme hat, sich über Gespräche zu äußern, hat hier die Möglichkeit sich zu öffnen und anonym bleiben zu können."

"Durch die Mails kann man selbst entscheiden, wann man schreibt und kann leichter Worte finden und seine Gedanken aufschreiben."

"auf da-sein.de habe ich hier erleben dürfen, dass ich sein darf wie ich bin, dass Trauer vollkommen ok und berechtigt ist."

"Ich empfehle jedem, sich da sein anzuvertrauen. Meine Beraterin hat mir so unglaublich weitergeholfen, wie ich es am Anfang nicht für möglich gehalten habe."

"Ich weiß nicht, wie tief ich gefallen wäre, wenn ich nicht gewusst hätte, dass ich bei euch einen Zufluchtsort habe."

"Ich habe durch meine Peer-Beraterin ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit erfahren, welches ich zu Hause bis heute nicht habe."

"Man wird verstanden und kann alles, was man möchte, loswerden natürlich bezogen zu dem Thema Tod etc."

"Durch die Begleitung mit Peer - Berater*innen habe ich mich das erste Mal ernst genommen gefühlt."


Unsere Success-Story

2020

Dezember

2. Relaunch der Webseite

Januar - Februar

6. Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Peer-Berater*innen

2019

November

Bundespreis Penny Förderkorb (1.Platz)

Oktober

Regionaler Gewinner Penny Förderkorb (1. Platz)

September

Start der Spendenkampagne „75 Patenschaften“

September

Verfügbarkeit in Leichte Sprache

September

Instagram Beitritt

Januar

Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung: „Wirkungen von Online-Beratung und Peerbegleitung für trauernde und sterbende Jugendliche“ bei da-sein.de

2018

August-Oktober

5. Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Peer-Onlineberater*innen

April

Blog-Start: trauer-teilen.blog

2016

Dezember

Deutscher Bürgerpreis (Kategorie U21 / 2. Platz)

November

Caritas-Sozialpreis (3. Platz)

September - Oktober

4. Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Peer-Onlineberater*innen

März

Beginn der wissenschaftlichen Begleitforschung durch die Hochschule Emden / Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit

2015

September-Oktober

3. Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Peer-Onlineberater*innen

August

Kooperation mit Schulen wird gestartet

März

sozioK-Preis der Stiftung Niedersachsen (2. Platz)

2014

Dezember

YouTube-Beitrag von MrWissen2go (über 80.000 Aufrufe)

November

Niedersächsischer Gesundheitspreis (Sonderpreis)

August

dm-Preis für Engagement „HelferHerzen“

Mai

Facebook Beitritt

Mai

1. Relaunch der Homepage

Januar-Februar

2. Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Peer-Onlineberater*innen

2013

8. März

Onlinestart der Webseite da-sein.de

Januar-Februar

1. Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Peer-Onlineberater*innen

2012

Januar - Dezember

Konzeptions- und Aufbauphase im Rahmen von „Perspektivenwechsel. Ein soziokulturelles Pionierprojekt zum Thema Leben und Sterben.“


da-sein.de in der Presse

Artikelreihe zu da-sein.de - Der Podcast

Mitte Januar ist eine mehrfolgige Podcastreihe zu da-sein.de erschienen. Im Rahmen dessen sind zu jeder Einzelfolge Zeitungsartikel erschienen.

"Der Tod macht Angst."

In diesem Interview berichtet eine unserer Peer-Berater*innen, Jessica, über ihre ehrenamtliche Tätigkeit bei da-sein.de.

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Gemeinsam Wege aus dem Trauer-Modus finden

Oldenburg, NWZ

Vielen Menschen fällt es schwer, in ihrem Umfeld über Themen wie Tod und Trauer zu sprechen. Über das Internetportal da-sein.de kann ihnen anonym geholfen werden. Zwei ehrenamtliche Beraterinnen berichten über ihre Tätigkeit.

„Wie fühlt sich Sterben an?“; „Was passiert nach dem Tod“; „Abends weine ich alleine in meinem Zimmer, weil ich nicht weiter weiß“. Es sind Sätze wie diese, die die Studentinnen Mai und Lucia regelmäßig lesen. Sie stammen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mit dem Tod konfrontiert sind oder waren und Hilfe bei der Verarbeitung brauchen.

Mai und Lucia sind ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Stiftung Hospizdienst Oldenburg und engagieren sich in dem Programm da-sein.de. Dabei handelt es sich um eine kostenlose Online-Beratung für junge Menschen aus ganz Deutschland, die seit 2013 von Oldenburg aus angeboten wird. Für die NWZ berichten die beiden Studentinnen wie das mehrfach ausgezeichnete Programm funktioniert, mit welchen Fällen sie konfrontiert wurden und was die Arbeit für sie bedeutet.

Tod ist ein Tabuthema

„Tod und Sterben sind in unserer Gesellschaft oft noch Tabuthemen. Vielen Menschen fällt es schwer, darüber zu reden, wenn sie um einen geliebten Menschen trauern oder selber in absehbarer Zeit sterben werden“, sagt Lucia. Dabei sei es wichtig, sich in einer solchen Phase des Lebens mitzuteilen, um mit der Situation fertig zu werden.

„Deshalb gibt es die Webseite www.da-sein.de der Stiftung Hospizdienst. Hier haben junge Menschen die Möglichkeit, Ansprechpartner zu finden, denen sie anonym erzählen können, wie es ihnen geht. Auch können sie ihre Fragen zu den Themen wie Trauer, Sterben und Tod stellen“, beschreibt Mai, die dem rund 20 Personen starken Beraterteam angehört.

„Unsere Beratung findet ausschließlich per Mail statt. Zielgruppe sind junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren. Wir machen aber immer häufiger die Erfahrung, dass sich auch jüngere Personen an uns wenden“, sagt Cordelia Wach, hauptamtliche Teamleiterin des Projektes.

Dabei werde bewusst darauf gesetzt, dass die Ansprechpartner ein ähnliches Alter wie die Zielgruppe haben. Mitmachen können grundsätzlich Freiwillige im Alter von 16 bis 29 Jahren. Doch die Beratung ist nicht für jeden Interessierten etwas.

„Bevor man selber die Mails unserer Klienten beantworten darf, muss man einen Einstimmungsbogen mit selbstreflektierenden Fragen beantworten. Dieser Bogen ist dann die Basis für ein etwa einstündiges persönliches Gespräch. Darin soll herausgefunden werden, ob die jeweilige Person für die Beratung geeignet ist“, erklärt Wach das Auswahlverfahren.

Erst dann würden die ausgewählten Personen an einem Kurs (40 Stunden) teilnehmen, der auf die spätere Tätigkeit vorbereitet. „Im letzten Kurs waren acht Teilnehmer, sechs davon sind geblieben“, sagt Wach.

Auch Mai und Lucia habe an einem solchen Kurs teilgenommen. Und auch jetzt treffen sie sich etwa ein Mal im Monat mit dem Berater-Team. „Wir tauschen uns über unsere Fälle aus, diskutieren, in welche Richtung eine Beratung gehen kann oder wie die Klienten sich entwickeln“, berichtet Mai.

„Diese Treffen sind extrem wichtig für uns, denn in der Beratung gibt es nicht den einen goldenen Weg, um den Trauernden in ihrer Situation zu helfen“, sagt Lucia. Man müsse zwischen den Zeilen lesen können, um auf die verschiedenen Situationen im angemessenen Rahmen eingehen zu können.

 

Wolfgang Alexander Meyer

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Digital nah sein: Die Peer-Onlineberatung da-sein.de

Cordelia Wach berichtet im Bundes-Hospiz-Anzeiger über da-sein.de

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Bundespreis gewonnen

Oldenburg, NWZ

da-sein.de - die Jugendonlineberatung der Stiftung Hospizdienst Oldenburg - wird mit dem Bundespreis des Penny-Förderkorbs ausgezeichnet.

Penny vergab im Rahmen einer festlichen Abendveranstaltung in der Kölner Wolkenburg zum zweiten Mal die Förderkorb-Bundespreise. In diesem Jahr wurden erstmals zwei erste Bundespreise vergeben und zwar an die „Stiftung Hospizdienst Oldenburg / Jugendonlineberatung da-sein.de“ und an „livingroom - help youth grow e.V“. Drittplatzierter wurde „Respekt e.V.. Dotiert sind die Preise jeweils mit 10 000 Euro (1. Platz), 7500 Euro (2. Platz) und 2500 Euro (3. Platz). Die unabhängige Jury um Stefan Magel (Penny) wählte drei Gewinner aus 36 von den Kunden nominierten Vereinen aus.

BILD: Privat

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"Vernetzung im Alltags- und Lebensraum und Peer-Onlineberatung als zukunftsweisende zivilgesellschaftliche Beteiligung"

In der Oktober Ausgabe des Hospiz-Dialog Nordrhein-Westfahlen berichtet Cordelia Wach über die inhaltliche Arbeit von da-sein.de und die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements.

Hier geht es zum Artikel, beginnden ab Seite 6

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Barrierefreie Onlineberatung bei da-sein.de. Leichte Sprache ist für alle gut.

Das Online-Beratungsangebot da-sein.de der Stiftung Hospizdienst Oldenburg ist eine Online-Plattform, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine anonyme Mail-Beratung anbietet, die sich in Trauer- und Abschiedsprozessen befinden.

Die Mail-Beratung wird von Gleichaltrigen ehrenamtlich durchgeführt. Bisher war das Angebot von da-sein.de nur Menschen mit uneingeschränkter Lesekompetenz zugänglich. 

Trauer, Tod und Sterben betrifft jedoch jede*n von uns und daher soll dieses Angebot allen Menschen unabhängig von Lesekompetenz, kognitiven oder sprachlichen Fähigkeiten offenstehen. Aus diesem Grund wurde das Online-Beratungsangebot seitens der Koordinatorin Julia Narosch in Zusammenarbeit mit dem Büro für Leichte Sprache Oldenburg nun in Leichte Sprache übersetzt. Durch die Leichte Sprache werden Inhalte und Informationen sehr klar und leicht verständlich auf den Punkt gebracht. Sie erleichtert somit vielen Menschen, sich selbständig über ihre Belange zu informieren und Lösungswege für ihre Probleme zu finden. Auf der Plattform da-sein.de können sich nun auch Menschen mit geringer Lesekompetenz selbständig über das Angebot informieren, den Inhalt der Seite verstehen und das Angebot nutzen.

Damit ist da-sein.de ein großer Schritt zur Barrierefreiheit gelungen. Marion Lundborg und Heike Lübben vom Büro für Leichte Sprache Oldenburg begleiteten diesen Prozess als zuverlässige Partnerinnen mit Rat und Tat. Zusammen mit Menschen, die selbst auf Leichte Sprache angewiesen sind, wurde geprüft, ob die Inhalte leicht verständlich sind.

Gefördert wird das Projekt von der Aktion Mensch.

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Gleich dreifach engagiert

OLDENBURG Keine Zeit für ein Ehrenamt? Das kann sich Lina Sophie Kahl kaum vorstellen. „Ich glaube, jeder kann etwas beitragen, selbst wenn es nur einmal im Monat oder einmal im Jahr ist“, sagt die 21-Jährige Studentin. Auch für sich selbst hat sie diesen Maßstab angelegt und engagiert sich gleich in dreifacher Weise.

Beim Trauerportal da-sein.de, einem Angebot der Stiftung Hospizdienst, ist sie übers Internet Ansprechpartnerin für junge Menschen, die sich zu ihrer Trauer äußern wollen, denen es aber im direkten Gespräch schwer fällt. Zudem unterstützt sie den Verein „Start with a Friend“ dabei, Flüchtlinge und bereits hier lebenden Menschen zusammenzubringen. „Allein dadurch habe ich eine ganz andere Runde von Menschen kennengelernt, als wenn ich nur studiert hätte“, erzählt Kahl.
Die meiste ehrenamtliche Zeit investiert sie derzeit bei der Oldenburger Tafel, wo sie zum Beispiel die Spenden sortiert, aber auch eine Studentenroute zum Abholen von Lebensmitteln plant, damit mehr junge Leute sich für diese Hilfseinrichtung engagieren.
Interessant ist dabei vor allem, dass Kahl über das Projekt „Service Learning“, einer Kooperation zwischen der Universität und der städtischen Agentur Ehrensache, zu dieser Arbeit fand. Was als Teil eines Seminars begann, endete mit begeistertem Engagement, das weit über das Semester hinausging. Ohne Ehrenamt kann sie sich ihr Leben kaum noch vorstellen. Selbst wenn sie für ihren Master Oldenburg verlassen sollte – die Motivation zu Helfen wird sie begleiten.

Text und Foto: Patrick Buck

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"Ich darf traurig sein, wie ich möchte."

Oldenburg, NWZ

Der Bedarf ist groß – ab jetzt haben Schüler mehr Anlaufstellen, an die sie sich bei Verlust eines Familienmitgliedes wenden können.

„Alle fragen sich: Was ist nach dem Tod? Keiner fragt sich: Was ist vor dem Tod?“, sagt Achim Krebber, stellvertretender Schulleiter der Liebfrauenschule. „Wir beschäftigen uns mit dem Übergang.“ Gemeinsam mit der Sozialarbeiterin des Hospizdienstes, Julia Narosch, unterzeichnete er Ende April den Kooperationsvertrag. Die Liebfrauenschule wird ab jetzt mit professioneller Hilfe vom Hospizdienst bei der Trauerarbeit mit ihren Schülern unterstützt.

Durch ihre Arbeit im ambulanten Hospizdienst hat Julia Narosch gemerkt, dass betroffene Jugendliche oft nicht wissen, an wen sie sich mit ihren Problemen und Ängsten wenden können. In einigen Fällen seien ihre Lehrer engere Bezugspersonen als die eigenen Eltern. Aus diesem Anlass, wendete sie sich aktiv an verschiedene Schulen Oldenburgs und ist bei der Liebfrauenschule auf offene Ohren und Herzen gestoßen. Schulseelsorgerin Yvonne Ahlers hat den großen Bedarf zu den Themen Trauer, Tod und Sterben der Schüler gesehen und die Idee für die Zusammenarbeit mit dem Hospizdienst dankend angenommen.

„Zuerst war ich sogar überrascht, dass Tod ein Thema an Schulen ist“, sagte die Seelsorgerin. „Bei Schülern zwischen 11 und 18 Jahren, denkt man an pulsierendes Leben, nicht an Sterben. Aber wir sind alle Menschen und wir alle verlieren irgendwann jemanden, der uns ganz nahe ist. Gerade, wenn es zum ersten Mal passiert, wissen die Jugendlichen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Sie brauchen und möchten fachkundige Beratung.“

Aus ihrem Arbeitsalltag weiß die Sozialarbeiterin, dass Jugendliche sich selbst oft als Belastung empfinden, wenn sie trauern. Nicht selten, würden sie auch gemoppt, da die Mitschüler genauso wenig wüssten, wie sie mit dem schwierigen Thema umgehen sollten. Dann kämen Sprüche, wie: „Hast du dich endlich ausgeheult? Das geht jetzt schon zwei Wochen, jetzt ist es doch mal genug.“ Das hätte für die Betroffenen schwere Folgen. Sie fühlten sich falsch, denken sie müssten sich mit ihrer Trauer verstecken. „Wenn ich nicht mehr funktioniere, wie bisher, mag mich keiner mehr“, ist nur ein Gedanke, der aufkommen könne. Durch die Kooperation von Hospizdienst und Schulseelsorge, gibt es nun mehrere Anlaufstellen, an die sich die Jugendlichen, auch nach der Schulschlussklingel, wenden können.

„Zwar behandelt die Liebfrauenschule das Thema Tod schon in ihrer spirituellen „StundEins“, jeden Montagmorgen, doch gesellschaftlich ist es noch nicht richtig anerkannt darüber zu sprechen“, meint Achim Krebber. Dabei ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod, wissenschaftlichen erwiesen, ein sehr wichtiger Teil der Entwicklung. Ab 14 Jahren setzen sich Jugendliche intensiv mit der Frage nach dem Sinn des Lebens und entsprechend auch mit dem Thema Tod und ihrer eigenen Sterblichkeit auseinander. „Mehr als die Hälfte der Befragten, das sind 58 %, gibt an, dass sich die Gesellschaft mit dem Thema zu wenig befasst“, heißt es beim deutschen Hospiz - und Palliativverband e.V. Die Mehrheit stehe dem Thema Tod sprachlos gegenüber. Ausgenommen seien nur diejenigen, die konkrete, individuelle Trauererfahrungen gemacht hätten. Notwendig sei daher die gesellschaftliche Auseinandersetzung zum Thema Sterben. Daran solle sich sowohl die allgemeine Bevölkerung, als auch die Verantwortlichen aus Politik und Gesundheitssystem beteiligen. Differenzierte Angebote, speziell auch für junge Menschen, würden eine Auseinandersetzung mit der Thematik positiv beeinflussen.

„Am liebsten reden wir aber gesellschaftlich gar nicht darüber. Es ist wie ein ungeschriebenes Gesetz, dass Tod nur privat stattfindet. Aber Trauer braucht Raum!“, appelliert Yvonne Ahlers, die auch als Pastoralreferentin arbeitet. „Für mich ist es schön, dass ich gleich vor Ort bin und in Akutsituationen helfen kann. Die Jugendlichen sollen wissen, dass sie immer auch eine Kerze anzünden können, um auch von der göttlichen Seite Halt zu erfahren. Das kann jeder für sich entscheiden. Wir möchten den Schülern nur möglichst viele Lösungsansätze bieten. Christliche, sowie jetzt auch überkonfessionelle durch Julia Narosch.“ Die Mitarbeiterin des Hospizdienstes ist ein Mal im Monat, im Raum der Stille der Liebfrauenschule, Ansprechpartnerin für die Belange der Schüler zum Thema Tod. So soll die Brücke, von der Schule ausgehend, hinein in den Alltag führen.

Außerdem werden auch die Lehrkräfte speziell geschult. Es werde versucht auch ihnen die Angst vor dem Thema Trauerarbeit zu nehmen und klar zu machen, dass sie ruhig zeigen dürften, mit ihren Schülern „im selben Boot“ zu sitzen. Denn früher oder später träfe es jeden von uns.

Achim Krebber kann sich vorstellen in Zukunft das bestehende Praktikumsprogramm „compassion“ der Liebfrauenschule zu erweitern. Bisher sieht es vor, dass die Schüler ein herkömmliches Praktikum und ein Sozialpraktikum machen. „Zu den Stellen für die Sozialpraktika könnten wir eventuell den Hospizdienst dazu nehmen“, überlegt der stellvertretende Schulleiter.

Ein ähnliches Angebot, welches Julia Narosch zusammen mit ihrer Kollegin Cordelia Wach anbietet, gibt es bereits online, unter der Adresse www.da-sein.de. In dem Projekt werden Jugendliche geschult, die Gleichaltrige bei ihrer Trauer durch E-Mail-Austausch unterstützen. Zurzeit sind es 20 „Peers“, wie die ehrenamtlichen, zwischen 16 und 26 Jahren alten Trauerbegleiter genannt werden. Sie arbeiten systemisch-lösungsorientiert und werden selbstverständlich fachkundig mit regelmäßigem Austausch und Supervisionen von den Sozialarbeiterinnen betreut.

Das Ziel all dieser Bemühungen ist es, die Themen Tod und Trauer, öffentlich und transparent zu machen. Julia Narosch hat noch eine persönliche Vision: „Ich fände es großartig, wenn an allen Schulen in Oldenburg ein Netzwerk aufgebaut wird, welches diese Themen an die Schulen und damit auch an die Gesellschaft heranträgt und verbreitet. Damit sich niemand mehr mit seiner Trauer verstecken muss.“

 

Stefanie Sempert

 

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Hält Kontakt zu Trauernden

Über Tod und Trauer zu sprechen, fällt nicht leicht. Manche können besser darüber schreiben.

Wenn das Jugendliche und junge Erwachse auf dem Portal „da-sein.de“ der Stiftung Hospizdienst Oldenburg tun, landen ihre Mails unter anderem bei Thies Henking. Der 21-Jährige ist digitaler Gesprächspartner bei diesen anonymen Anfragen. Auch wenn der Grundton nicht gerade heiter ist, „man kriegt extrem viel zurück“, findet er. Seit zwei Jahren beantwortet er bereits solche Mails. Zudem geht er ehrenamtlich mit einer Gruppe der Selam-Lebenshilfe schwimmen.

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