Man wird verstanden und kann alles, was man möchte, loswerden natürlich bezogen zu dem Thema Tod etc.

Nutzer*in von da-sein.de

Unsere Wirkung


Das sagen Nutzer*innen über da-sein.de

"Ich wurde verstanden und ernst genommen und bin froh über die Zeit der Trauer nicht allein gewesen zu sein."

"Jeder, der Probleme hat, sich über Gespräche zu äußern, hat hier die Möglichkeit sich zu öffnen und anonym bleiben zu können."

"Durch die Mails kann man selbst entscheiden, wann man schreibt und kann leichter Worte finden und seine Gedanken aufschreiben."

"auf da-sein.de habe ich hier erleben dürfen, dass ich sein darf wie ich bin, dass Trauer vollkommen ok und berechtigt ist."

"Ich empfehle jedem, sich da sein anzuvertrauen. Meine Beraterin hat mir so unglaublich weitergeholfen, wie ich es am Anfang nicht für möglich gehalten habe."

"Ich weiß nicht, wie tief ich gefallen wäre, wenn ich nicht gewusst hätte, dass ich bei euch einen Zufluchtsort habe."

"Ich habe durch meine Peer-Beraterin ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit erfahren, welches ich zu Hause bis heute nicht habe."

"Man wird verstanden und kann alles, was man möchte, loswerden natürlich bezogen zu dem Thema Tod etc."

"Durch die Begleitung mit Peer - Berater*innen habe ich mich das erste Mal ernst genommen gefühlt."


Auszeichnungen


Unsere Success-Story

2021

März

da-sein.de in Kapitel 24 „Netzplattformen“ im Fachbuch von Groß und Demmer (Hrsg.): Interdisziplinäre Palliativmedizin

Januar

Release der 1. Podcast Staffel

2020

Dezember

2. Relaunch der Webseite

Januar - Februar

6. Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Peer-Berater*innen

Januar

da-sein.de im Schulbuch "Leben gestalten" für den Religionsunterricht 9./10. Jahrgangsstufe

2019

November

Bundespreis Penny Förderkorb (1.Platz)

Oktober

Regionaler Gewinner Penny Förderkorb (1. Platz)

September

Start der Spendenkampagne „75 Patenschaften“

September

Verfügbarkeit in Leichte Sprache

September

Instagram Beitritt

Januar

Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung: „Wirkungen von Online-Beratung und Peerbegleitung für trauernde und sterbende Jugendliche“ bei da-sein.de

2018

August-Oktober

5. Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Peer-Onlineberater*innen

April

Blog-Start: trauer-teilen.blog

2016

Dezember

Deutscher Bürgerpreis (Kategorie U21 / 2. Platz)

November

Caritas-Sozialpreis (3. Platz)

September - Oktober

4. Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Peer-Onlineberater*innen

März

Beginn der wissenschaftlichen Begleitforschung durch die Hochschule Emden / Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit

2015

September-Oktober

3. Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Peer-Onlineberater*innen

August

Kooperation mit Schulen wird gestartet

März

sozioK-Preis der Stiftung Niedersachsen (2. Platz)

2014

Dezember

YouTube-Beitrag von MrWissen2go (über 80.000 Aufrufe)

November

Niedersächsischer Gesundheitspreis (Sonderpreis)

August

dm-Preis für Engagement „HelferHerzen“

Mai

Facebook Beitritt

Mai

1. Relaunch der Homepage

Januar-Februar

2. Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Peer-Onlineberater*innen

2013

8. März

Onlinestart der Webseite da-sein.de

Januar-Februar

1. Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Peer-Onlineberater*innen

2012

Januar - Dezember

Konzeptions- und Aufbauphase im Rahmen von „Perspektivenwechsel. Ein soziokulturelles Pionierprojekt zum Thema Leben und Sterben.“


da-sein.de in der Presse

Mails begleiten zurück ins Leben - NWZ Online

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, gerät die Welt mitunter komplett aus den Fugen. Online-Begleiter stehen in dieser schweren Zeit bei.

Oldenburg. Wohin mit dem Schmerz? Die Freundin bringt sich um, der Bruder verunglückt, die Großmutter stirbt, der Arzt informiert über eine lebensbedrohliche Krankheit. Manchmal reißt ein Todesfall oder eine schlimme Diagnose ein Loch ins Leben, durch das man alleine nicht durchkommt. Dann sollte jemand da sein, der hilft, mit dem Verlust oder der Angst umzugehen, der sich Zeit nimmt und der Trauer in all ihren Facetten Platz bietet.

 Und diese Menschen gibt es. Wenn das Reden im persönlichen Umfeld schwerfällt, finden Trauernde bis 25 Jahre Begleitung auf der Internetseite da-sein.de des Ambulanten Hospizdienstes und Kinderhospizdienstes Oldenburg. Sogenannte Peers (der englische Begriff „peer“ steht für gleichaltrig oder auch kollegial), ehrenamtliche, geschulte Mitarbeiter, helfen per Mail, den Weg zurück ins Leben zu finden. „Schreiben statt schweigen“ lautet das Motto des Angebots.

 

Klare Worte wählen

Die Idee hinter dem Peer-Konzept: Als Ansprechpartner auf Augenhöhe sind die Begleiter besonders gut in der Lage, Denken und Fühlen, Alltag und Herausforderungen der jungen Trauernden nachzuvollziehen. Dass das klappt, zeigen Einträge auf der Webseite wie diese: „Ihr habt meiner Freundin geholfen, als wir alle nicht mehr weiter wussten. Ihr macht die Welt glücklicher“ oder „Mit eurer Hilfe fällt meine Trauer leichter. Vielen Dank für dieses Geschenk“.

Nach einem Trauerfall kommen oft ganz viele Konflikte hoch, die Welt gerät mitunter komplett aus den Fugen, weiß Cordelia Wach, Teamleiterin von da-sein.de. Sie betreut die Peers, berät sie in den Mail-Kontakten und gibt Hinweise für das Schreiben: Keine Scheu vor deutlichen Worten, besser „Suizid“ und „ist gestorben“ verwenden als „du hast jemanden verloren“. Das würde assoziieren, man könne den Menschen auch wiederfinden. „Die Befangenheit bei dem Thema Tod ist groß genug, wir sollten das klar benennen“, sagt die Hospiz-Mitarbeiterin.

Regelmäßig gibt es eine Supervision, einmal monatlich trifft sich die Gruppe in Oldenburg und jeder Peer berichtet über die Menschen, die er begleitet. Oberstes Gebot dabei ist die Vertraulichkeit. „Alle unsere Mitarbeiter stehen unter Schweigepflicht“, betont Wach.

 

Trauernde gemobbt

Zurzeit arbeiten 21 Peers für da-sein.de, im September/Oktober startet ein neuer Kurs, der auf die Online-Begleitung vorbereitet. Sehr gerne hätte Cordelia Wach mehr männliche Begleiter im Team, derzeit sind es nur drei. Da viele Nutzer zwischen 14 und 17 Jahre alt sind, ist der Bedarf an jungen Peers groß.

Der Austausch mit geschulten Begleitern sei deshalb so wichtig, weil es bei vielen Menschen eine große Unsicherheit gebe, wie man Trauernden begegnet, sagt Wach. So fühlen diese sich oft allein. Mitunter reiche das Unverständnis so weit, dass verzweifelte Jugendliche von Schulkameraden gemobbt und als „Heulsuse“ oder schlimmer beschimpft werden.

Die ehrenamtlichen Helfer versuchen herauszufinden, was ihre Klienten brauchen. Viele plagen Schuldgefühle, etwa weil sie kurz vor dem Tod eines Freundes keinen Kontakt mehr zu ihm hatten oder weil sie die Familie nicht mit der eigen Trauer belasten wollen. „Wir können die Situation nicht schönreden, aber vermitteln: ,Du hältst das aus, wir sind für dich da‘“, sagt die Begleiterin Julia (27).

02.06.2015| Irmela Herold, NWZ Online

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Jugendliche helfen Jugendlichen beim Trauern - NDR.de

Oldenburg. "Mit eurer Hilfe fällt meine Trauer leichter. Vielen Dank für dieses Geschenk." "Ihr habt meiner Freundin geholfen, als wir alle nicht mehr weiter wussten. Ihr macht die Welt glücklicher." Dies sind Nachrichten, die Jugendliche auf der Website da-sein.de hinterlassen haben.

Hier können sich Kinder und Jugendliche Hilfe holen, wenn es ihnen schlecht geht - weil die Mutter gestorben ist, ein enger Freund oder weil sie selbst sterbenskrank sind. Und das bei Gleichaltrigen. 21 Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren arbeiten derzeit ehrenamtlich beim Evangelischen Hospizdienst Oldenburg als sogenannte Peer-Begleiter: Per E-Mail helfen sie anderen, Trauer und Schmerz zu bewältigen, sind Ansprechpartner, wenn Eltern oder Freunde nicht mehr weiterhelfen können.

Peer-Begleiter haben klare Vorgaben

Der Kontakt zu Menschen im selben Alter macht es Kindern und Jugendlichen oft leichter, über ihre Sorgen und Probleme zu sprechen. Projektleiterin Cordelia Wach teilt einem Jugendlichen, der Hilfe sucht, einen Peer-Begleiter zu. "Sie hat oft schon eine grobe Einschätzung, wer zu welchem Klienten passen könnte", sagt Sascha. Der Student ist seit eineinhalb Jahren ehrenamtlicher Trauerbegleiter. Klienten - das ist der offizielle Sprachgebrauch. Für die Trauerbegleitung gibt es klare Regeln. Dazu gehört auch, dass die Peer-Begleiter stets nur ihren Vornamen nennen.

 

Betreuung läuft über Monate

Dass Begleiter und Klient sich gut verstehen und einander vertrauen, das ist wichtig, denn die Betreuung geht oft über Monate. Im Schnitt schreibe Sascha sich gut ein Dreivierteljahr E-Mails mit einem Klienten: "Es gibt da keine zeitliche Begrenzung. Wir begleiten so lange, wie es der Klient möchte." Den jugendlichen Peer-Begleitern verlangt das oft viel ab. Trauer und Schmerz sind nicht leicht zu verkraften. Man müsse schon eine gewisse innere Stärke mitbringen, um die Last des anderen mittragen zu können, sagt Sascha. Er selbst betreut Jugendliche, die trauern, weil ein Angehöriger oder ein Freund gestorben ist. Andere wiederum haben regelmäßigen E-Mail-Kontakt mit todkranken Jugendlichen, die versuchen ihr eigenes Sterben zu bewältigen. Manchmal schläft der E-Mail-Verkehr ein - weil der Jugendliche keine Hilfe mehr braucht, gelernt hat, mit seinen Gefühlen umzugehen. Manchmal aber bleiben E-Mails aus, weil der Hilfe suchende Jugendliche gestorben ist. Auch damit müssen Peer-Begleiter fertig werden. 

 

Schulung hilft, die richtigen Worte zu finden

Unterstützung bekommen sie dabei vom Evangelischen Hospizdienst Oldenburg. Wer Peer-Begleiter werden möchte, muss zunächst eine Schulung absolvieren. Darin lernen die Jugendlichen zum Beispiel, die richtigen Worte zu finden, wenn sie die erste E-Mail an einen neuen Klienten schreiben. Was schreibt man jemandem, der im Sterben liegt und Angst hat? Ein Modell dient als Anhaltspunkt. "Aber das ist nur für den Einstieg gedacht", sagt Sascha, "das entwickelt sich dann später ganz anders und ist immer individuell." Standardantworten gibt es keine, doch lernen die Jugendlichen zunächst an praktischen Beispielen, wie sie Mails an Trauernde verfassen können. Auch das Thema Suizid spielt eine Rolle. "Was für mich in der Schulung prägend war, war das Selbsterfahrungswochenende", erinnert sich Sascha. "Da ging es um die eigenen Grenzen und eigene Erfahrungen mit Tod und Trauer und wie man damit umgehen würde. Man lernt sich da selber sehr gut kennen und weiß hinterher, wo die eigenen Grenzen sind und wie weit man gehen kann."

 

Trauerbegleiter tauschen sich regelmäßig aus

Einmal im Monat treffen sich die jugendlichen Trauerbegleiter, um unter Anleitung ihre aktuellen Fälle zu besprechen. Der Inhalt der E-Mails ist vertraulich, doch haben die Jugendlichen hier die Möglichkeit, sich selbst Hilfe zu holen. "Wir versuchen, Probleme zu klären", sagt Sascha. Hier können die Peer-Begleiter über alles sprechen, was sie selbst belastet, "damit man das nicht immer mit sich rumträgt."

20.02.2015 | Jessica Holzhausen, NDR.de

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Wenn die Seele Zuhörer braucht - NWZ Online

Junge Leute beraten trauernde Jugendliche online und anonym. Angesiedelt ist die Plattform beim Ambulanten Hospizdienst. Viele Ehrenamtliche Helfer sind dort im Einsatz. (Bild: Antje Wilken)

Oldenburg. Seit März 2013 können sich Jugendliche und junge Erwachsene an das Online-Projekt www.da-sein.de wenden. Gleichaltrige begleiten sie dort per Mail in ihrer Trauer, wenn ein wichtiger Mensch in ihrem Leben gestorben ist oder wenn die jungen Menschen selbst eine lebensbedrohliche Diagnose erhalten haben.

Das Team, bestehend aus ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ambulanten Hospizdiensts, arbeitet kostenlos. Tim, einer der ehrenamtlichen Online-Begleiter, erklärt: „Die Jugendlichen, die uns schreiben, wissen meist nicht weiter, sie wissen nicht, an wen sie sich sonst wenden sollen. Die Schreiber trauern um Verwandte oder Freunde, oder sie sind selbst schwer krank. Sie haben das Gefühl, dass niemand sie versteht, dabei brennt ihnen so viel auf der Seele.“

Tim ist seit Anfang 2014 bei da-sein.de dabei. „Ich glaube, dass es jungen Leuten leichter fällt, online Hilfe zu suchen und über ihre Trauer zu sprechen, als sich zum Beispiel für ein persönliches Gespräch beim Hospizdienst anzumelden“, erklärt der 26-Jährige. „Wir arbeiten anonym, man muss also keinen Namen, nicht einmal Alter oder Geschlecht angeben, wenn man nicht möchte. Und man kann uns zu jeder Zeit und von jedem Ort aus per Computer oder Smartphone anmailen.“

Tim, der wie die übrigen ehrenamtlichen Online-Ansprechpartner nur seinen Vornamen verrät, ist berufstätig. Andere studieren oder gehen noch zur Schule.

Cordelia Wach, hauptamtliche Trauerbegleiterin beim Ambulanten Hospizdienst und Kinderhospizdienst, war 2012 noch für die Kulturetage am Projekt „Perspektivenwechsel“ beteiligt. Dabei beschäftigten sich Jugendliche speziell mit den Themen Leben, Tod und Trauer. Aus „Perspektivenwechsel“ ging da-sein.de hervor.

 

Auftritt neu gestaltet

In diesem Frühjahr wurde der Online-Auftritt überarbeitet. „Wir haben die Seite interaktiver gemacht, sprechen die Jugendlichen nun noch direkter an“, so Wach. „Jetzt kann jeder auf da-sein.de eigene Gedanken äußern.“

In den Kontakten selbst gehe es nicht nur um Trauer. „Wir wenden uns ja an 14-, 15-, 16-Jährige. Gerade in dem Alter passiert so viel, man entdeckt seine eigene Identität, es geht ums Erwachsenwerden.“

Tim als ehrenamtlicher Online-Begleiter ergänzt: „Die Jugendlichen schreiben zum Beispiel über Ess- und Schlafstörungen, Selbstverletzungen, Missbrauch und Suizidgedanken.“ Er sei zwar kein Psychologe, aber könne den Fragestellern Halt geben und zuhören. „Niemand muss durch solch eine Situation alleine durch.“

Zu der ehrenamtlichen Tätigkeit kam der 26-Jährige, weil ihn die Hospizarbeit interessiert. „Jeder von uns Peers hat eigene Erfahrungen mit Trauer gemacht“, erklärt er. Das Wort „Peer“ kommt übrigens vom Begriff Peergroup, gemeint ist eine Gruppe von Gleichaltrigen.

Vor Beginn der Mitarbeit absolviert jeder Ehrenamtliche eine spezielle Schulung. Es geht darum, wie man die Jugendlichen anspricht, um Informationen rund um Sterben, Tod und Trauer allgemein, aber auch um die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie, um festzustellen, ob man der Aufgabe gewachsen ist.

 

Regelmäßige Treffen

 Cordelia Wach betreut die Freiwilligen und berät sie in ihren Mail-Kontakten. Regelmäßig gibt es eine Supervision, einmal monatlich trifft man sich. „Wir bieten Begleitung, nicht Therapie“, betont die 46-Jährige. Wenn jemand weitergehende Hilfe brauche, könne man aber an zuständige Stellen vermitteln.

Wie oft Peers und Fragesteller miteinander in Kontakt treten, sei sehr unterschiedlich, sagt Tim: „Einige mailen uns regelmäßig, teilweise täglich über Monate hinweg, andere nur ein einziges Mal.“

Am Anfang sei das Online-Angebot ein „Sprung ins kalte Wasser“ gewesen, so Cordelia Wach. „Heute wissen wir, dass wir gebraucht werden.“ „Mutmacher“ nennen einige Besucher im Gästebuch das Team.

 

22.08.2014 | Hans-Werner Kögel, NWZ Online

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„HelferHerzen – Der dm-Preis für Engagement“

Das Projekt www.da-sein.de des Ambulanten Hospiz-dienstes/Kinderhospizdienstes Oldenburg gehört zu den Preisträgern 2014

Die Onlineberatungsplattform www.da-sein.de ist mit dem „dm-Preis für Engagement“ ausgezeichnet. Der Einsatz für trauernde Jugendliche erfährt durch diesen Preis eine besondere Anerkennung. Der Ambulante Hospizdienst bedankt sich bei allen Unterstützern und freiwilligen Helfern.

Große Bürgerresonanz: 9.175 Anmeldungen

dm-drogerie markt rief im Frühjahr gemeinsam mit seinen Partnern Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU), Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e. V. (DKSB) und Deutsche UNESCO-Kommission e. V. (DUK) zur Teilnahme an der Initiative „HelferHerzen – Der dm-Preis für Engagement“ auf. 9.175 Menschen in ganz Deutschland folgten dem Aufruf und schlugen ehrenamtliche Helfer und Organisationen vor oder reichten ihre Projekte ein. Über die Sommermonate tagten mehr als 700 Juroren deutschlandweit in 148 regionalen Sitzungen und wählten mehr als 1.100 Engagierte und Initiativen aus, die mit dem dm-Preis gewürdigt werden. Dafür stellt dm eine Summe von 1,1 Millionen Euro zur Verfügung.

 

Vorbildlich in die Gesellschaft wirken

Mit der Initiative „HelferHerzen – Der dm-Preis für Engagement“ möchten die Partner ihre Wertschätzung zeigen und das Bewusstsein bei allen Bürgerinnen und Bürgern für die gesellschaftlich wertvolle Leistung der Ehrenamtlichen steigern. Das Projekt www.da-sein.de engagiert sich für junge Menschen bis 25 Jahre in Krisen, die durch Trauer- und Sterbeerfahrungen ausgelöst wurden.

 

31.07.2014 | dm-markt Pressemitteilung

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Wenn junge Menschen trauern - Weser Kurier

Bremen. Wenn Jugendliche trauern, fehlt ihnen häufig jemand, mit dem sie offen reden können. Hier will die Internetplattform www.da-sein.de helfen. Sie bildet sogenannte Peer-Begleiter aus, mit denen die Trauernden anonym mailen können. Die Bremerin Annuschka ist eine dieser Ehrenamtlichen.

Eine Geschichte hat Annuschka besonders berührt. Es ist die Geschichte einer 13-Jährigen, die durch einen Unfall ein Familienmitglied verloren hat. Nur kurze Zeit später nahm sich die Mutter des Mädchens das Leben, weil sie den Verlust nicht verkraftete. „Das ist so tragisch, da ist so viel auf einmal passiert. Da fragt man sich: Wie kann eine 13-Jährige damit fertig werden?“. Annuschka Hoeft möchte dabei helfen. Sie will junge, trauernde Menschen unterstützen, indem sie sie per Mail begleitet.

Die Bremer Studentin arbeitet ehrenamtlich für das Internetportal www.da-sein.de des ambulanten Hospizdienstes Oldenburg. Das kostenlose Online-Angebot richtet sich an Menschen bis 25 Jahre, die sich wegen Trauererfahrungen in einer Krise befinden. Sie können sich anonym und per Mail an das Portal wenden und bekommen dort Kontakt zu einem sogenannten Peer-Begleiter. Annuschka Hoeft ist eine von derzeit 27 Ehrenamtlichen. „Jeder von uns hat einen oder mehrere Klienten“, sagt sie.

 

„Großer Bedarf“

„In den Mails geht es nicht um eine therapeutische Beratung, die könnten wir auch gar nicht leisten. Ziel ist es, für die Trauernden und ihre Probleme da zu sein und ihnen die Sicherheit zu geben, dass sie über alles schreiben können.“

 

Das Besondere an dem Konzept: Klient und Peer sind etwa gleichaltrig. „Das senkt neben der Anonymität zusätzlich die Hemmschwelle, und außerdem sind jüngere Begleiter viel näher an den Jugendlichen und ihrer Welt“, sagt Cordelia Wach. Die Trauerbegleiterin hat das Konzept für das in dieser Form bundesweit einmalige Internetportal entwickelt. Bei ihrer Arbeit für den Hospizdienst ist sie immer wieder mit jungen Menschen in Kontakt gekommen, die mit Sterbe- und Trauersituationen konfrontiert wurden. Was Cordelia Wach dabei auch gesehen hat: Es gibt kein adäquates, auf das Alter und die Lebenswelt der jungen Menschen zugeschnittenes Angebot. „Man erreicht Jugendliche nicht über die klassischen Anlaufstellen, gleichzeitig gibt es aber einen großen Bedarf. Die Antwort für uns auf dieses Problem waren die digitalen Medien. So ist www.da-sein.de entstanden“, sagt sie.

Die Internetplattform ist im März vergangenen Jahres online gegangen. Seitdem haben die Peers mehr als 100 Klienten aus dem gesamten Bundesgebiet begleitet. Der Mail-Kontakt geht meist über mehrere Wochen oder auch Monate. Themen sind die akute Krisensituation, aber auch „ganz normale“ Probleme etwa mit Freunden oder Eltern.

 

Schulung vor dem ersten Einsatz

„Wir beraten nicht, wir begleiten“, betont die Projekt-Koordinatorin. Dafür werden die Peers vor ihrem ersten Einsatz geschult. Sie lernen, wie sie mit schwierigen Situationen umgehen, wie sie die richtigen Worte finden und den Klienten Mut machen. Außerdem treffen sich alle Peers einmal im Monat, um ihre Erfahrungen auszutauschen, und sie lassen sich regelmäßig beraten, wie sie mit belastenden Themen umgehen sollen. Darüber hinaus können sie Cordelia Wach um Hilfe bitten. Zum Beispiel, indem sie mit ihr eine Mail noch einmal durchgehen, bevor sie an die Klienten gesendet wird.

Annuschka Hoeft hat als Peer auch für das eigene Leben viel gelernt, vor allem den Umgang mit Trauernden: „Es ist wichtig, Mitgefühl zu zeigen und das auch zu sagen“, sagt sie. „Sehr oft geschieht es aber, dass aus Hilflosigkeit geschwiegen und das Thema bewusst ausgeklammert wird. Die Trauernden haben dadurch das Gefühl, dass sie mit niemandem reden können.“

Die Internetplattform www.da-sein.de wird heute von 15.15 bis 16 Uhr auf der Messe „Leben und Tod“ in Halle 6 der Messe Bremen vorgestellt. Nicht-Fachbesucher zahlen als Eintritt einen Aufpreis von fünf Euro auf das Tagesticket für acht Euro.

08.05.2014 | Weser Kurier

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Niemand muss da alleine durch

Hilfe im Trauerfall: Onlineberatung da-sein.de bietet Unterstützung von und für junge Leute

Seit März 2013 können sich Jugendliche und junge Erwachsene an das Online-Projekt www.da-sein.de wenden. Gleichaltrige begleiten sie dort per Mail in ihrer Trauer, wenn ein wichtiger Mensch in ihrem Leben gestorben ist oder wenn die jungen Menschen selbst eine lebensbedrohliche Diagnose erhalten haben. Das Team, bestehend aus ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ambulanten Hospizdiensts Oldenburg, arbeitet anonym und kostenlos.

„Meine beste Freundin ist gestorben, und ich fühle mich total allein.“ „ Mein Bruder ist tödlich verunglückt, und ich kann mit niemandem darüber sprechen.“ „Meine Eltern sind selbst so traurig, die will ich nicht belasten.“ „Die Ärzte sagen, es gibt keine Hoffnung mehr. Wie soll ich das aushalten?“ So könnten Mails aussehen, die bei www.da-sein.de eingehen. „Die Jugendlichen, die uns schreiben, wissen meist nicht weiter, sie wissen nicht, an wen sie sich sonst wenden sollen“, sagt Tim, einer der ehrenamtlichen Online-Begleiter. Die Schreiber trauern um Verwandte oder Freunde, oder sie sind selbst schwer krank. Sie wollen ihren Eltern keine Sorgen bereiten oder haben das Gefühl, dass niemand sie versteht, dabei brennt ihnen so viel auf der Seele.

Tim ist seit Anfang 2014 bei da-sein.de dabei. „Ich glaube, dass es jungen Leuten leichter fällt, online Hilfe zu suchen und über ihre Trauer zu sprechen, als sich zum Beispiel für ein persönliches Gespräch beim Hospizdienst anzumelden“, erklärt der 26-Jährige. „Wir arbeiten anonym, man muss also keinen Namen, nicht einmal Alter oder Geschlecht angeben, wenn man nicht möchte. Und man kann uns zu jeder Zeit und von jedem Ort aus per Computer oder Smartphone anmailen.“ Tim, der wie die übrigen ehrenamtlichen Online-Ansprechpartner nur seinen Vornamen verrät, ist berufstätig; andere studieren oder gehen noch zur Schule. Alle möchten sich engagieren und alle hatten schon selbst mit dem Thema Tod zu tun.

Trauer und ganz viel Leben
„Tod und Trauer beschäftigen Jugendliche sehr, aber es gibt bei ihnen auch viele Fragezeichen und viele Tabus“, hat Cordelia Wach festgestellt. Die hauptamtliche Trauerbegleiterin beim Ambulanten Hospizdienst und Kinderhospizdienst Oldenburg war 2012 noch für die Kulturetage am Projekt Perspektivenwechsel beteiligt. „Dabei beschäftigten sich Jugendliche speziell mit den Themen Leben, Tod und Trauer.“ Aus Perspektivenwechsel ging da-sein.de hervor. „Wir haben uns damals gefragt, wie man, wenn es um Trauerbegleitung geht, am besten an die jungen Leute herankommt. Es war naheliegend, es über das Internet zu versuchen“, erklärt Cordelia Wach. „Weil wir anonym arbeiten, gibt es keine so große Hemmschwelle für die Jugendlichen. Zudem sind es Gleichaltrige, sogenannte Peers, die ihre Mails beantworten.“ In diesem Frühjahr wurde der Online-Auftritt noch einmal überarbeitet. „Wir haben die Seite interaktiver gemacht, sprechen die Jugendlichen nun noch direkter an“, so Wach. „Jetzt kann jeder auf da-sein.de eigene Gedanken äußern, in Erinnerung an jemanden einen Stern anlegen und auch Buch- oder Filmtipps abgeben.“ In den Kontakten selbst ginge es nicht nur um Trauer. „Wir wenden uns ja an 14-, 15-, 16-Jährige. Gerade in dem Alter passiert so viel, man entdeckt seine eigene Identität, es geht ums Erwachsenwerden. In einer Trauersituation kommen dann oft ganz viele andere Themen mit hoch, das ist Leben pur“, weiß Cordelia Wach.

Peers unterstützen und begleiten
„Die Jugendlichen schreiben zum Beispiel über Ess- und Schlafstörungen, Selbstverletzungen, Missbrauch und Suizidgedanken“, erzählt Tim. Wie kann er nun helfen, wenn ihm jemand seine Sorgen anvertraut? „Ich bin kein Psychologe, aber ich kann da sein und zuhören, kann den Fragestellern Halt geben“, sagt er. „Niemand muss durch solch eine Situation alleine durch.“ Zu seiner ehrenamtlichen Tätigkeit kam der 26-Jährige, weil ihn die Hospizarbeit interessiert. „Jeder von uns Peers hat eigene Erfahrungen mit Trauer gemacht“, erklärt er. Das Wort Peer kommt übrigens vom Begriff Peergroup, gemeint ist eine Gruppe von Gleichaltrigen.


„Vor Beginn der Mitarbeit absolviert jeder Ehrenamtliche eine spezielle Schulung. Es geht darum, wie man die Jugendlichen anspricht, um Informationen rund um Sterben, Tod und Trauer allgemein, aber auch um die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie, um festzustellen, ob man der Aufgabe gewachsen ist. Wenn jemand gerade erst eine Trauererfahrung bewältigt hat, wäre es zu früh, um bei uns mitzumachen“, sagt Projektleiterin Cordelia Wach, die die Freiwilligen betreut und sie in ihren Mail-Kontakten berät und unterstützt. Regelmäßig gibt es eine Supervision, einmal monatlich treffen sich die Ehrenamtlichen mit Cordelia Wach zum Austausch. „Wir bieten Begleitung, nicht Therapie“, betont die 46-Jährige. „Denn eigentlich ist Trauer ja gesund, um eine existenzielle Situation zu verarbeiten. Wenn jemand weitergehende Hilfe braucht, können wir aber an zuständige Stellen vermitteln, wir sind mit vielen Institutionen vernetzt.“ Wie oft Peers und Fragesteller miteinander in Kontakt treten, sei sehr unterschiedlich, sagt Tim: „Einige mailen uns regelmäßig, teilweise täglich über Monate hinweg, andere nur ein einziges Mal.“

Echtes Interesse statt „Gefällt mir“
Am Anfang sei das Online-Angebot ein „Sprung ins kalte Wasser“ gewesen, so Cordelia Wach: „Gerade Erwachsene und auch viele Experten konnten sich nicht vorstellen, wie eine Begleitung ohne direkten Kontakt von Angesicht zu Angesicht funktionieren soll. Da gab es viel Skepsis“, erinnert sie sich. „Heute wissen wir, dass wir gebraucht werden.“ „Mutmacher“ nennen einige Besucher im Gästebuch das Team der Seite. „Wenn ich Gleichaltrigen von dem Angebot erzähle, sagen immer alle: „Was für eine gute Idee.“ Das Feedback der Mailkontakte macht die Arbeit sehr befriedigend, wenn man merkt, dass man jemandem geholfen hat“, so Tim.

Soziale Netzwerke, in denen Jugendliche in ständigem Austausch mit anderen stehen, könnten diese Art von Unterstützung nicht leisten. Eine Postkarte, die über da-sein.de informiert, zeigt es drastisch: „Ich werde bald sterben“ hat die fiktive „Marie“ auf einer Plattform geschrieben. Die Reaktion: fünf „Gefällt mir“-Angaben und ein Kommentar bestehend aus einem traurigen Smiley. In den sozialen Netzwerken sind heikle Themen, die Menschen existenziell betreffen, nicht vorgesehen. Da geht es eher um Selbstdarstellung, glaubt Tim. Bei schlimmen Nachrichten weiß kaum jemand, wie er reagieren soll also wird lieber geschwiegen. „Wir füllen da eine Lücke, so der Ehrenamtliche. Wir wollen vermitteln, dass es gut ist, andere anzusprechen, dass man nicht alles in sich hineinfressen muss“, bestätigt Cordelia Wach. „Es ist richtig und wichtig, sich Unterstützung zu suchen, wenn man sie braucht.“

Info:
Die Online-Trauerbegleitung unter www.da-sein.de richtet sich an junge Menschen bis etwa 25 Jahre, die sich in Krisen befinden, die durch Trauer- oder Sterbeerfahrungen ausgelöst wurden. Fragesteller registrieren sich anonym auf der Seite. Die erste Mail geht immer an Cordelia Wach, die sie an einen der 22 weiblichen und vier männlichen Peers weiterleitet. Über die hochverschlüsselte Plattform sind alle Angaben sicher, die Beratung verläuft anonym und kostenlos. Rund 100 Anfragen hat das Team, das aus 26 Ehrenamtlichen zwischen 17 und 26 Jahren besteht, seit 2013 bearbeitet. Mehr als 22.000 Menschen haben die Seite bisher besucht.

 

Entstanden ist da-sein.de aus dem Projekt „Perspektivenwechsel“ zum Thema Leben und Sterben, das die Kulturetage Oldenburg zusammen mit dem Ambulanten Hospizdienst und dem Palliativzentrum am Evangelischen Krankenhaus Oldenburg in 2012/2013 mit Jugendlichen durchgeführt hat. In mehreren Oldenburger Schulen setzten sich die Schülerinnen und Schüler damals im Kunst-, Musik- oder Werte und Normen-Unterricht mit Leben, Tod und Trauer auseinander. Heute arbeitet das Team von da-sein.de in Trägerschaft des Ambulanten Hospizdienstes und Kinderhospizdienstes Oldenburg. Es bietet auch Infos speziell für Eltern sowie für Schulen an, etwa für Unterrichtseinheiten oder Projekttage. Förderer des Projekts sind unter anderem die Stiftung Niedersachsen, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Fonds Soziokultur und die Stadt Oldenburg.

Weitere Infos gibt es unter www.da-sein.de und unter www.hospizdienst-oldenburg.de. Der Ambulante Hospizdienst und Kinderhospizdienst Oldenburg sowie die Stiftung Evangelischer Hospizdienst Oldenburg in der Haareneschstraße 62 sind auch unter der Rufnummer (0441) 770 346-0 zu erreichen.

Antje Wilken

 

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Ehrensache: Zwei Jugendliche, der Tod - und ganz viel Sensibilität - NWZ Online

Sich weiterbilden, neue berufliche Perspektiven entdecken, soziale Kontakte knüpfen – einfach mal über den Tellerrand schauen: Die Gründe, sich ehrenamtlich zu engagieren, sind vielfältig. NWZonline gibt in der Serie "Ehrensache" einen Einblick in die ehrenamtlichen Tätigkeiten der Menschen der Region

Oldenburg. Weihnachten steht vor der Tür, als ein 17-jähriges Mädchen sich dazu entschließt, diese Mail zu schreiben:

„Mein Name ist Marie. (…) Vor etwa zwei Jahren haben die Ärzte Knochenkrebs bei mir diagnostiziert. (…) Ich habe Angst. Große Angst.“

Marie hat nicht nur Angst: Sie sorgt sich auch um ihr Umfeld. Denn niemand soll merken, wie es wirklich im Innern der sterbenskranken Jugendlichen aussieht. Angst. Ungewissheit.

Vor ihrer Familie und ihren Freunden möchte sie nur die starke Marie mimen.

 

„Anfangs ist es eine fragile Beziehung“, sagt Thilo. Der 18-Jährige ist ehrenamtlich als sogenannter Peer-Begleiter im Einsatz. Er gehört zu einem 20-köpfigen Team des Evangelischen Hospizdienstes Oldenburg, das sowohl trauernden als auch sterbenden Gleichaltrigen aus ganz Deutschland per E-Mail zur Seite steht, für eine unbestimmt lange Zeit eine Beziehung zu ihnen aufbaut. An genau dieses Team hat sich Marie auf www.da-sein.de gewandt. Hat ihr Innerstes preisgegeben. Wie reagiert man auf so eine Mail? Wie kann ein junger Mensch einem anderen, der mit solch einem Schicksalsschlag fertig werden muss, die Hand reichen, das Gefühl geben: „Du bist nicht allein.“?

Ein Jahr ist es her, dass Thilo bei der vierwöchigen „da-sein“-Schulung gelernt hat, die richtigen Worte für solche Antwort-Mails zu finden. Die richtigen Worte: Die sind von schwerwiegender Bedeutung bei der Online-Trauerbegleitung. „Ein Gespräch ist einmalig“, erklärt Thilo den Unterschied zur „Face-to-Face-Beratung“. Eine Mail dagegen können die "Klienten" (auch diese Wortwahl haben die Peer-Begleiter in der Schulung gelernt) immer wieder lesen. Auch, wie oft er schreibt oder welche Aspekte er aufgreift, hat Thilo in der Schulung gelernt. Ebenso den Umgang mit dem Thema „Suizid“.

 

„Ich will meine Schwester nicht gehen lassen, ich brauche sie. Wir brauchen sie alle.“

 

Jan, Maries Bruder, der sich ebenfalls an da-sein gewandt hat

 

Wie lange der Mail-Kontakt dann besteht, ist unterschiedlich. Seinen längsten Kontakt mit einer Klientin hat Thilo seit vergangenem Juni. Zwei bis drei Mails schreiben beide jeweils pro Woche. „Das ist eine riesige Menge“, sagt Thilo. Es gebe auch andere Fälle, in denen hilfesuchende Jugendliche sich zum Beispiel nach zweimaligem Kontakt nicht mehr zurückmelden. Diese Erfahrung hat Thilo selbst gemacht. Der Umgang mit solch einem plötzlichen Kontaktabbruch ist gar nicht so leicht. „Wenn jemand einfach nicht mehr schreibt“, erzählt er, „dann ist es schwierig, wenn man nicht gesagt bekommt, warum der andere nicht mehr schreibt. Dann bleibt man im Ungewissen. Man fragt sich selbst, woran es liegen könnte.“ Am besten wäre die Begründung: Der Person geht es gut. Sie braucht die Online-Begleitung nicht mehr. – Oder aber, man stellt sich die Frage, ob man die Person selbst verprellt habe. Ein Nährboden für Selbstzweifel.

 

Doch die ehrenamtlichen Begleiter werden nicht allein gelassen. Seit der Gründung von „Da Sein“ vor zwei Jahren kommen alle Peers einmal im Monat im Ambulanten Hospizdienst in der Haarenenschstraße 62 zusammen, um sich unter Anleitung auszutauschen. Jeder stellt dann den anderen seinen aktuellen Fall vor. Zwar stehen alle Peers unter Schweigepflicht; aber die Beratung und der Austausch des Teams untereinander sind wichtig. Wo stoßen die Peers an ihre eigenen Grenzen? Wo könnten Lösungsansätze liegen? „Das ist befreiend“, findet Thilo.

 

17.02.2014 | NWZ online

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Ministerin zeichnet junge Online-Trauerbegleiter aus - NWZ Online

Die Online-Trauerbegleitung des Hospizdienstes wurde in Hannover geehrt: Es freuten sich (von links) Teamleiterin Cordelia Wach, Thilo, Tim und Sascha (Team der jungen Trauerbegleiter). Allen gratulierte Ministerin Cornelia Rundt.(Bild: Tom Figiel)

Oldenburg/Hannover. Digitale Trauerberatung von jungen Menschen für junge Menschen: Bei der Vergabe der Niedersächsischen Gesundheitspreise ging ein Sonderpreis nach Oldenburg – und zwar an die Stiftung Evangelischer Hospizdienst für ihre Online-Trauerbegleitung und -beratung speziell von jungen Menschen für junge Menschen. Es seien besonders herausragende Konzepte, die an diesem Tag geehrt würden, sagte Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt. Sie gratulierte der Projektverantwortlichen Cordelia Wach und deren Team.

Das Projekt „www.da-sein.de: Schreiben statt Schweigen – Online-Begleitung für trauernde und sterbende junge Erwachsene bis 25 Jahre“ überzeugte die Jury in Hannover – und für das Team des Evangelischen Hospizdienstes gab es einen mit 2000 Euro dotierten Sonderpreis.

In dem ausgezeichneten Projekt kümmert man sich um trauernde oder sterbende junge Menschen. Die sogenannte Peer-Onlinebegleitung „www.da-sein.de“ nimmt diese Gruppe in den Blick. Die Plattform bietet den Betroffenen eine anonyme und kostenfreie Online-Begleitung durch ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter im Alter von 17 bis 26 Jahren.

Die Gleichaltrigen begleiten sie dort per Mail in ihrer Trauer, wenn ein wichtiger Mensch in ihrem Leben gestorben ist oder wenn die jungen Menschen selbst eine lebensbedrohliche Diagnose erhalten haben.

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