Recht auf Trauer

Wir finden, dass jeder Mensch das Recht hat, so lange und in der Form zu trauern, wie er oder sie es möchte. 

Vielleicht hast du manchmal das Gefühl, deine Art zu trauern sei nicht richtig oder unangemessen. Möglicherweise gibt es auch Menschen in deinem Umfeld, die deine Trauer nicht ernst nehmen oder sie dir sogar verbieten. 

 

Folgende Gedanken können dann hilfreich für dich sein:

  

  • Ich darf Fragen zum Tod stellen, und zwar alle Fragen, die ich möchte.
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  • Ich darf so viel über den Tod erfahren, wie möglich ist.
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  • Ich darf getröstet werden und andere trösten.
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  • Ich darf den Verstorbenen noch mal sehen und bei der Trauerfeier dabei sein, wenn das möglich ist und ich das möchte.
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  • Ich darf ganz viele verschiedene Gefühle gleichzeitig haben. 
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  • Ich darf weinen. Muss ich aber nicht.
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  • Ich darf wütend sein und schimpfen und brüllen.
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  • Ich darf auch mal wieder lachen und fröhlich sein.
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  • Ich darf mich schuldig fühlen.
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  • Ich darf Angst haben.
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  • Ich darf darüber reden, aber nur, wenn ich das auch möchte.
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  • Ich darf auch mal meine Ruhe haben.
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  • Ich darf mich, wann und wo ich will, an dich erinnern.
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  • Ich darf dich auch mal für ein Weilchen vergessen.
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  • Ich darf Dinge tun, die mich trösten und mir guttun.
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  • Ich darf schwach sein.
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  • Ich darf mir die Zeit nehmen, die ich brauche.
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  • Ich darf so trauern, wie ich will.
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  • Ich darf dir, wo und wann immer ich will, sagen, dass ich dich lieb habe.

 

Weil du mir so fehlst.

 

(nach Ayse Bosse aus dem Buch "Weil du mir so fehlst." Carlsen. 2016, ISBN: 978-3-551-51876-7)