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Wie dein Körper Gefühle im Kopf steuern kann

Gefühle entstehen im Kopf: In deinem Gehirn gibt es die sog. Amygdala, den Mandelkern. Hier werden Stimmungshormone (wie Dopamin und Serotonin) gebildet. Der Mandelkern kann ein kleiner, aber mächtiger Tyrann in deinem Kopf und in deinem Leben sein: er reagiert z.B. auf Gefahrenreize, bevor du überhaupt weißt, was los ist. Er ist immer auf dem Sprung und dadurch arbeitet er manchmal etwas voreilig oder sogar falsch. Das ist auch der Grund, warum du manchmal zuerst Panik hast und erst danach merkst, dass sie völlig überflüssig war.

Angstzustände oder Panikattacken sind anstrengend und ein negatives Training für Dein Gehirn. Das Ergebnis: irgendwann kannst Du dich selber nicht mehr leiden vor lauter Lebensangst. Du denkst, jetzt kann nur noch ein Wunder helfen? Mit ein bisschen Übung wirst du ein erfolgreicher Coach für den richtigen Umgang mit deinen negativen Gefühlen.

Beispiele für Soforthilfe-Übungen für Gelassenheit und Mut

Übung 1: Hände in die Hüften stemmen (=Muthaltung)

Hebe deine Arme und stütze deine Hände rechts und links kräftig auf deine beiden Hüftknochen. Du kannst dabei das ganze Gewicht deines Oberkörpers über die Arme und Hände auf deine Hüften geben. Das Gewicht geht dann über das Becken, die Beine und die Füße in den Boden. Effekt: Wenn Du deine Arme und Hände bewegst, beschäftigst du dein Großhirn. V.a. die Hände beanspruchen bei dieser Übung viel Kapazität im sog. motorischen Bereich der Hirnrinde. Wenn sie dann einen festen Haltepunkt (auf deinen Hüften) gefunden haben, signalisieren sie „Stabilität“ an das Gehirn. Dies wiederum wird zu den Emotionszentren weitergeleitet und sorgt auch dort für emotionale Stabilität.


Übung 2: Duft atmen (macht „high“)

Mit Duft kannst du die Tiefen deines Gehirns steuern und beruhigen. Dein Geruchssinn ist einer deiner aktivsten Sinne überhaupt. Tausende von Geruchsnervenfasern ziehen von der Nase ins Gehirn – und zwar schwerpunktmäßig zum Mandelkern, also in den Bereich der Emotionen und ihrer Verarbeitung. Wenn dort die beruhigende Duftwirkung von z.B. Lavendel ankommt, hat das einen stabilisierenden Effekt und negative Emotionen können sich nicht so schnell durchsetzen.


Übung 3: Auf einem Bein stehen

Steh einfach eine Minute lang auf einem Bein. Dann wechsle für eine Minute auf das andere Bein. Dein Kleinhirn mag diese Übung sehr, denn es ist das Zentrum für Gleichgewicht. Es wird ganz aktiv, wenn du auf einem Bein stehst. Und deine anderen Hirnbereiche, die für Emotionen zuständig sind, sind in diesem Augenblick abgelenkt. Denn das Kleinhirn signalisiert ihnen, dass es gerade das körperliche Gleichgewicht wieder richtig einstellt. Und das wirkt sich positiv auf das emotionale Gleichgewicht aus.

Quelle: Dr. med. Claudia Croos-Müller, 2012: “Nur Mut! Das kleine Überlebensbuch. Soforthilfe bei Herzklopfen, Angst, Panik & Co.”

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