Buch- & Filmtipps


Bücher


"Das Leben den Lebenden, der Tod den Toten... oder doch nicht?"

 

„Saskias Gespenster“ von Corinna Antelmann

(Verlag Monika Fuchs, ISBN: 978-3-040-07894-0)

In dem Heim, wo die 12-jährige Saskia nach dem Unfalltod ihrer Eltern untergebracht wird, fühlt sie sich ganz und gar nicht wohl. Nicht ganz unschuldig daran sind ihre nervige Mitbewohnerin und ihr aufdringlicher Psychologe. Einzig ihr bester Freund Oskar kann ihr noch ein Stückchen Lebensfreude schenken. Bis zu dem Zeitpunkt an dem Saskia entdeckt, dass ein Friedhof doch viel lebendiger sein kann, als man es zunächst vermutet. Sie erlebt diesen Ort als Zufluchtsmöglichkeit und freundet sich mit Gespenstern an, welche den Friedhof bewohnen. Diese zeigen ihr, wie man einen Bereich zwischen Leben und Tod entdecken kann. Sie eröffnen ihr den Gedanken einer Zwischenwelt, in der sich auch noch Saskias Eltern befinden könnten. Jedes Gespenst mit seinem ganz persönlichen Charakter hat jedoch noch eine wichtige Aufgabe zu erledigen, bevor es aus dieser Zwischenwelt verschwinden kann, wofür Saskias Hilfe benötigt wird.

In dem Buch wird teilweise sehr humorvoll der Todesbegriff in Frage gestellt und das Loslassen ist ebenfalls ein großes Thema. Es wird beschrieben, wie eine mögliche Existenz von Gespenstern aussehen könnte. Ebenfalls sehr interessant ist, wie Saskia den Alltag in dem Heim sowie die Ansichten und Therapieformen ihres Psychologen erlebt. Das Buch ist empfehlenswert für all diejenigen, die sich damit auseinander setzen möchten, dass die beiden Begriffe „Leben“ und „Tod“ nicht klar definiert sind und sich vorstellen könnten, dass es noch etwas dazwischen gibt.

 

für dich empfohlen von Katja


 


 

„12 Dinge, die ich noch erledigen muss, bevor die Welt untergeht“ von Björn Sortland

(dtv, ISBN: 978-3-423-70972-9)

Therese ist 13 Jahre alt und davon überzeugt, dass der Weltuntergang naht. Denn sie hat kein leichtes Umfeld: die Eltern wollen sich scheiden lassen, die behinderte Schwester ist schwierig, und der Junge, in den sie sich verliebt hat, sehr begriffsstutzig. Sie hat eine Liste mit 12 Dingen aufgestellt, die sie unbedingt noch erledigen möchte, bevor es so weit ist... Eine ungewöhnliche Geschichte über die Probleme eines pubertierenden Mädchens sowie eine ernsthafte und zugleich heitere Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Fragen des Lebens. Ein Buch nicht nur für junge Leute, sondern auch für Eltern, die die Gefühlswelt ihrer heranwachsenden Kinder verstehen möchten.

 

für dich empfohlen von Tom


 

"Meine Mutter steht hinter einer Absperrung in Terminal 1 und lächelt in sich hinein. [...] Mein Vater holt mich nicht ab. Er ist tot."

 

„Hinter dem blau“ von Alexa von Heyden

(ISBN: 978-3-944296-03-6)

Als sie 5 Jahre alt ist, nimmt Helenas Vater sich das Leben. Im Zuge ihrer Abschlussarbeit beschäftigt sie sich 20 Jahre nach seinem Suizid zum ersten Mal intensiv mit den lange verdrängten Erinnerungen an seinen Tod, holt alte Fotos und Tagebücher vom Dachboden und fährt schließlich sogar noch einmal zurück an den Ort des Geschehens. Es geht aber nicht nur um den Tod, sondern vielmehr auch um das Weiterleben nach dem Suizid eines geliebten Menschen, um den Weg zurück in Leben. Helena, genannt „Sunny“ erzählt unverblümt von den schrecklichen Bilden,  den Vorwürfen, die sie sich selbst, aber auch ihrem Vater macht und davon, wie es ist, mit dem Tabu aufzuwachsen, dass ihr Vater sich das Leben genommen hat.

Das Buch beruht auf der Lebensgeschichte der Autorin. Die Leichtigkeit ihrer Worte nimmt den Leser an die Hand und katapultiert ihn gleichzeitig direkt hinein in das Tabu-Thema Suizid.

Zwar geht es schwerpunktmäßig um den Verlust eines Menschen durch Suizid, nichtsdestotrotz gibt es aber auch viele Passagen, in denen man sich wiederfindet, wenn man einen Angehörigen auf eine andere Art und Weise verloren hat.

 

für dich empfohlen von Anna-Lisa


 

"Ich verabschiede mich von den Kindern. Der Alltag im Kindergarten geht weiter. Meinen muss ich erst wieder finden. Irgendwann..."

 

„Vier minus drei“ von Barbara Pachl-Eberhart

(ISBN: 978-3778792179)

Text

Wie schafft es eine Frau weiterzuleben, wenn sie ihren Mann und beide Kinder durch einen Autounfall verliert? Die Autorin schildert in diesem autobiographischen Buch ihren Weg in ihr neues Leben. In einem offenen Brief an die Familie und Verwandten zeigt sie in beeindruckender Intensität ihre Gefühle.

Barbara Pachl-Eberhart hat selbst einen der schwersten Schicksalsschläge erlitten, die man sich vorstellen kann: 2008 starben ihr Mann und ihre beiden kleinen Kinder infolge eines tragischen Unfalls. Nun blickt sie zurück auf Jahre der Veränderung, in denen sie vor allem eines lernen durfte: Trauer ist mehr als eine Phase, mehr als ein Gefühl. Und Trauer ist näher am Leben als man vielleicht denkt. Hörprobe

 

für dich empfohlen von Alena


 

"Man kann sich nicht aussuchen, ob man verletzt wird auf dieser Welt, aber man kann ein bisschen mitbestimmen, von wem."

 

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green

(Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-24009-4)

Text

Die 16-jährige Hazel leidet seit 3 Jahren unheilbar an Krebs und pflegt einen selbstironischen Umgang damit. Sie weiß, dass sie sterben wird und dass der Fakt, dass sie noch lebt, einem Wunder gleich kommt. In ihrer Selbsthilfegruppe lernt sie Augustus kennen, der das gleiche Schicksal teilt. Es kommt, wie es kommen muss: Das Leben passiert.

Dieses Buch ist sarkastisch, humorvoll, traurig, authentisch und ernst. Es ist anders, als ich es von einem Roman über Krebserkrankungen erwartet hatte. So manches Mal musste ich über die taffe Hazel schmunzeln und mich selbst dabei erwischt, wie ich es „unpassend“ fand. Aber genau das macht diese Geschichte am Ende zu so einer berührenden und Mut machenden Erzählung. Man kann sich nicht aussuchen, ob und wann man eine lebensbedrohliche Diagnose erhält, genau so wenig kann man vorherbestimmen, wann einem Liebe und Freundschaft begegnen. Aber man kann sich mutig wie Hazel dazu entscheiden, die schönen Seiten zuzulassen, mitzunehmen und davon zu zehren. Eine kluge, ehrliche und lebensbejahende Geschichte.

 

für dich empfohlen von Julia


 

"Ich wollte das einzige Mittel ausprobieren an das ich überhaupt noch glaube - sich des Lebens bewusst zu werden."

 

„Veronika beschließt zu sterben“ von Paulo Coelho

(Diogenes Verlag, ISBN: 978-3-257-23305-6)

Text

In dem Roman geht es um die Geschichte der 24-jährigen Veronika, die nach einem Selbsttötungsversuch in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. In der Klinik wird diagnostiziert, dass der übermäßige verzehr von Schlaftabletten einen Herzfehler bei Veronika hervorgerufen habe und sie nur noch wenige Tage zu leben hätte.

In der Klinik beginnt Veronika schließlich wieder neuen Lebensmut zu schöpfen. Sie lässt sich durch die Kraft der Liebe inspirieren und merkt bald: „Das Leben ist schön!“

Der Roman meines Lieblingsautors ist eine bezaubernde Hommage an das Leben und zeigt, das Verrücktheit und Normalität oft dicht beieinanderliegen.

  

 

für dich empfohlen von Tim


 

"»Er ist tot [...]. Er kommt nie mehr zurück.« Ich konnte diese Last spüren, diese Niederdrückende in meinem Kopf, und ich dachte, vielleicht breche ich zusammen oder implodiere wegen dem, was ich gerade laut ausgesprochen habe."

 

„Kaputte Suppe“ von Jenny Valentine

(dtv, ISBN: 978-3423247788)

 

Rowan ist mit 15 selbst fast noch irgendwie ein Kind und muss sich doch wie eine Erwachsene um ihre 6- jährige kleine Schwester, ihre depressive Mutter und den gesamten Haushalt kümmern. Grund dafür ist der Tod ihres zwei Jahre älteren Bruders Jack. Dieses Schicksal führt jedoch auch dazu, dass Menschen zusammentreffen, die füreinander einstehen und aufeinander aufpassen und doch mehr miteinander zu tun haben, als sie anfangs dachten.

„Kaputte Suppe“ ist ein passendes Bild für diese vom einen auf den anderen Tag durch Verlust zerstörten Familienverhältnisse. Das Gefühlsleben von Rowan ist authentisch beschrieben. Die Geschichte macht traurig und lässt mitfühlen. Es werden sich vor allem Menschen darin wiederfinden, die selbst den Zustand eines depressiven Elternteils kennen und die oftmals herausfordernde Rolle der Verantwortung, die damit einhergeht. Am Ende hatte ich trotz dieser Themen das Gefühl, dass mit Unterstützung von Freunden und der Auseinandersetzung mit sich selbst und der Trauer viele kleine Schritte in Richtung Zukunft gegangen werden können.

 

für dich empfohlen von Julia


 

"Ich bin tot, jedenfalls so tot wie man sein kann, wenn man noch lebt"

 

                    „Vom Leben und Sterben der Pinguinfische“                        von Juliane Hielscher

(Eichhorn, ISBN: 3-8218-5736-6)

Der Roman ist eine Geschichte von Menschen, Orten und Legenden, aber vor allem ist es die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Frauen, deren einzige Gemeinsamkeit vorerst das Leiden am Leben und der Vergangenheit ist. Es spielt in einem kleinen Ort der nordwestspanischen Küste und nimmt den Leser nicht nur mit auf eine Reise in die atemberaubende Landschaft, sondern vor allem auf eine Reise durch Schmerz, Einsamkeit, Tod, Trauer, Liebe, Hoffnung und Freundschaft.

Die Geschichte hat etwas Geheimnisvolles und Undurchdringliches. Gleichzeitig versteht die Autorin es den Leser sehr nah an den Gefühlen der Protagonistinnen teilhaben zu lassen. Ich denke es ist eher etwas für primär Leserinnen (ab 20 J.) und vermittelt, dass es sich lohnen kann nach vorne zu blicken und sich auf andere Menschen einzulassen.

 

für dich empfohlen von Julia

Filme


 

"Aber irgendwie werden die Dinge, die uns auseinander gebracht haben, uns wieder zusammen bringen. Auf eine Art, die wir uns nie hätten vorstellen können."

 

„Beim Leben meiner Schwester“ (2009)


 

"Andauernd reden heißt noch lange nicht kommunizieren."

 

„Vergiss mein nicht!“ (2013)

Der Filmemacher David kehrt nach Hause zurück und hilft seinem Vater bei der Pflege seiner demenzerkrankten Mutter Gretel. Der authentische Film zeigt ein warmherziges Portrait über eine faszinierende Frau, die am Ende ihres Lebens aufgrund von Alzheimer auf die Hilfe anderer angewiesen ist.

Der sehr persönliche und zärtliche Dokumentarfilm macht deutlich, dass die Pflege eines an Demenz erkrankten Menschen für die Angehörigen mit vielen Belastungen und Anstrengungen verbunden ist.

Ein gelungener Film, der zum Nachdenken anregt und den Umgang des langsamen Vergessens und Verlierens in Angesicht der fortschreitenden Krankheit etwas begreiflicher macht.

 

für dich empfohlen von Tim